Presseerklärung vom 22.09.2000


  Bundesmininsterium für Bildung und Forschung
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung
Rheinland-Pfalz

Thomas/Zöllner: Mit "Schule - Wirtschaft / Arbeitsleben" - Schülerinnen und Schüler besser auf die Berufswahl vorbereiten

Im Rahmen des "Bündnisses für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit" fördert der Bund mittelfristig wirkende Maßnahmen, wie die bessere Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender Schulen auf den Übergang von der Schule in die Berufsausbildung. Die erste bundesweite Fachtagung zum Programm "Schule - Wirtschaft / Arbeitsleben" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) findet in Mainz statt. Rheinland-Pfalz hat sich mit dem Projekt "Berufliche Orientierung: Regionale Initiativen zur Schulentwicklung" (BORIS) erfolgreich um die Aufnahme in dieses Programm bemüht. Staatssekretär Uwe Thomas (BMBF) und Bildungsminister Jürgen Zöllner erläuterten auf einer Pressekonferenz am Rande der Tagung heute in Mainz Konzeption und Zielrichtung des Programms.

"Jugendliche besser auf den Einstieg ins Berufsleben vorzubereiten ist das Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung vor rund einem Jahr gemeinsam mit den Ländern gestarteten neuen BMBF-Programms "Schule - Wirtschaft / Arbeitsleben", sagte Staatssekretär Uwe Thomas.

Mit der ersten Fachtagung in Mainz solle eine Bilanz der Startphase sowie der Erfahrungsaustausch aller Projektbeteiligten ermöglicht werden. Im Rahmen des Programms werde ein besseres Zusammenspiel von Schulen, Hochschulen, Unternehmen, Gewerkschaften und Kommunen praktisch erprobt. Erfolgreiche Modelle wollen die Länder auf breiter Basis umsetzen. Das Programm sei auf fünf Jahre angelegt. Bisher wurden innovative Vorhaben von 15 Ländern sowie Wirtschaft und Gewerkschaften (Stiftung der Deutschen Wirtschaft, DGB und DAG) gestartet. Bundesweit sind an dem Programm ca. 370 Schulen beteiligt. Hierfür werden 6,5 Millionen Mark jährlich aufgewendet.

"Schülerinnen und Schüler sollen besser auf ihre Berufswahl vorbereitet werden. Dies geschieht zum einen im Rahmen von direkten Kooperationen von Schulen mit Unternehmen, Gewerkschaften, Arbeitsämtern, Kammern und Kommunen sowie Hochschulen. So wird ein Stück Alltag in die Schule getragen. Zum anderen soll mit didaktisch aufbereiteten Betriebserkundungen eine eigenstündige Auseinandersetzung von Schülern mit der Arbeitswelt ermöglicht werden. Darüber hinaus wird erprobt, wie Schülerinnen und Schüler je nach Schulart und unter Berücksichtigung von Alter, Entwicklungsstand sowie geschlechtsspezifischen Unterschieden der selbständige Zugang zum Thema Wirtschaft/Arbeitsleben erleichtert werden kann", so Thomas.

Ein konkretes Beispiel sei die Entwicklung direkter betrieblicher Kontakte zwischen Schülerinnen und Schülern auf der einen und Auszubildenden auf der anderen Seite. So könnten sich Jugendliche aus unterschiedlichen Bildungsstätten - aber einem gemeinsamen Erlebnishorizont - über Erfahrungen mit der Berufswelt altersgerecht austauschen sowie wertvolle Einblicke sammeln, die ihnen kein Unterricht bieten könne.

Die Maßnahmen würden durch Internet-Angebote begleitet, die Schülerinnen und Schülern den eigenen Zugang zum Thema Arbeitswelt erleichtern und gleichzeitig zur Präsentation der gesammelten Erfahrungen mit Hilfe der neuen Medien ermuntern sollten.

"Mit dem Programm haben Bund, Länder und Sozialpartner eine wichtige Investition in die vorberufliche Bildung Jugendlicher getan", erklärte Thomas, "das wird sich für die Zukunft auszahlen. Die teilnehmenden Schulen werden in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern unter Nutzung der Möglichkeiten digitaler Medien neue Wege erproben, vorberufliche Bildung in die Schulpraxis zu integrieren. Selbständige Lernprozesse werden unter anderem innerhalb von Betriebserkundungen, Internetprojekten und Schülerfirmen ermöglicht und initiiert.

"Im Mittelpunkt des rheinland-pfälzischen Projektes BORIS (Berufliche Orientierung: Regionale Initiativen zur Schulprofilentwicklung) steht die Verbesserung der Ausbildungs- und Berufschancen junger Menschen sowie die Entwicklung einer engen Zusammenarbeit von Schule und Betrieben", erklärte Bildungsminister Jürgen Zöllner. Von 60 interessierten Schulen hätten 11 mit der konkreten Arbeit im Projekt beginnen können, wegen des großen Interesses soll das Projekt jährlich ausgeweitet werden. Eine Grundbedingung für die Teilnahme stelle auch hier die Einbeziehung außerschulischer Partner wie Kammern, Verbände, Gewerkschaften, Arbeitsämter und Hochschulen dar. Damit entstünden regionale Initiativen zur Schulprofilentwicklung, die Schälerinnen und Schälern aller Schularten der allgemeinbildenden Schulen den Übergang in die Arbeitswelt und in die Hochschulen erleichtern würden.

Die beteiligten Schulen hätten die Möglichkeit, in unterschiedlichen Bereichen eigene Schwerpunkte zu setzen. So plane beispielsweise die Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen, Daun, den Ausbau eines Betreuungsnetzes durch die Zusammenarbeit von Lehrerinnen und Lehrern, Arbeitsassistenten und Behindertenberatern, einen lernbegleitenden Übergang aus der Abschlussklasse in Ausbildung oder Arbeit, Werkstatttage in Schule und Betrieb, das Praktikumsangebot für Schülerinnen, Schüler und Lehrerinnen und Lehrer soll ausgebaut werden. In Zusammenarbeit mit dem Jugendamt sind unter der Leitlinie "Platzieren und qualifizieren" Aktivitäten zur Verbesserung der beruflichen Qualifizierung von Kindern mit Lernbehinderungen vorgesehen.

Bei den teilnehmenden Gymnasien reiche die Bandbreite über die Verstärkung ökonomischen Wissens, Betriebspraktika für Schüler und Tage der Berufswahlorientierung bis zur Konzeption eines umfänglichen Berufsorientierungskonzeptes auf Jahrgangsstufe 11 in Zusammenarbeit mit Unternehmen und Fachhochschulen, einschließlich regelmäßiger Praxistage in Betrieben und Hochschule (weitere Beispiele siehe Anlage).

Das in allen Schularten durchgeführte Schülerbetriebspraktikum werde ergänzt um den Ausbau bereits bestehender Praktikumsmöglichkeiten für Lehrerinnen und Lehrer. Die Schulen würden derzeit mit Informationen versorgt und Lehrerinnen und Lehrer hätten die Möglichkeit, sich für ein solches Praktikum anzumelden. Zöllner hob hervor, dass dieses Lehrerpraktikum eine Vielzahl von Chancen für die Lehrer biete. Durch das einwöchige Praktikum könne bei der Berufswahl besser beraten werden, es helfe bei der Vor- und Nachbereitung von Schülerpraktika, bei der Organisation von Betriebserkundungen und bei der Behandlung wirtschaftlicher Fragestellungen im Unterricht.

"Dies darf jedoch keine Einbahnstraße sein", so Zöllner. Deshalb soll Vertretern von Betrieben im Projekt die Möglichkeit geboten werden, einen Tag in einer Schule zu hospitieren und sich ein Bild über die anspruchsvolle, vielseitige und erfolgreiche Arbeit von Pädagogen im Jahr 2000 zu machen. Nur in einem intensiven Dialog könne die Zusammenarbeit, die für beide Seiten hilfreich sei, weiter wachsen.

"Es geht letztendlich bei allen Bemühungen darum, Schülerinnen und Schülern einen guten Start ins Berufsleben oder ins Studium zu ermöglichen. Dabei sind die von den Schulen ins Auge gefassten Aktivitäten so vielfältig und differenziert, wie die Fragen und Problemstellungen, die sich für Schülerinnen und Schüler beim Übergang in den Beruf oder das Studium stellen."

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Herausgeber: Staatsminister Prof. Dr. Jürgen Zöllner
Verantwortlich für den Inhalt: Vera Reiß-Jung
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