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Bundesmininsterium für Bildung und Forschung
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung Rheinland-Pfalz |
Thomas/Zöllner: Mit "Schule - Wirtschaft / Arbeitsleben" - Schülerinnen und
Schüler besser auf die Berufswahl vorbereiten
Im Rahmen des "Bündnisses für Arbeit, Ausbildung und
Wettbewerbsfähigkeit" fördert der Bund mittelfristig wirkende Maßnahmen, wie
die bessere Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender
Schulen auf den Übergang von der Schule in die Berufsausbildung. Die erste
bundesweite Fachtagung zum Programm "Schule - Wirtschaft / Arbeitsleben"
des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) findet in Mainz
statt. Rheinland-Pfalz hat sich mit dem Projekt "Berufliche Orientierung:
Regionale Initiativen zur Schulentwicklung" (BORIS) erfolgreich um die
Aufnahme in dieses Programm bemüht. Staatssekretär Uwe Thomas (BMBF)
und Bildungsminister Jürgen Zöllner erläuterten auf einer Pressekonferenz
am Rande der Tagung heute in Mainz Konzeption und Zielrichtung des
Programms.
"Jugendliche besser auf den Einstieg ins Berufsleben
vorzubereiten ist das Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und
Forschung vor rund einem Jahr gemeinsam mit den Ländern gestarteten
neuen BMBF-Programms "Schule - Wirtschaft / Arbeitsleben", sagte
Staatssekretär Uwe Thomas.
Mit der ersten Fachtagung in Mainz solle
eine Bilanz der Startphase sowie der Erfahrungsaustausch aller
Projektbeteiligten ermöglicht werden. Im Rahmen des Programms werde ein
besseres Zusammenspiel von Schulen, Hochschulen, Unternehmen,
Gewerkschaften und Kommunen praktisch erprobt. Erfolgreiche Modelle
wollen die Länder auf breiter Basis umsetzen. Das Programm sei auf fünf
Jahre angelegt. Bisher wurden innovative Vorhaben von 15 Ländern sowie
Wirtschaft und Gewerkschaften (Stiftung der Deutschen Wirtschaft, DGB und
DAG) gestartet. Bundesweit sind an dem Programm ca. 370 Schulen beteiligt.
Hierfür werden 6,5 Millionen Mark jährlich aufgewendet.
"Schülerinnen und Schüler sollen besser auf ihre Berufswahl vorbereitet
werden. Dies geschieht zum einen im Rahmen von direkten Kooperationen
von Schulen mit Unternehmen, Gewerkschaften, Arbeitsämtern, Kammern und
Kommunen sowie Hochschulen. So wird ein Stück Alltag in die Schule
getragen. Zum anderen soll mit didaktisch aufbereiteten Betriebserkundungen
eine eigenstündige Auseinandersetzung von Schülern mit der Arbeitswelt
ermöglicht werden. Darüber hinaus wird erprobt, wie Schülerinnen und
Schüler je nach Schulart und unter Berücksichtigung von Alter,
Entwicklungsstand sowie geschlechtsspezifischen Unterschieden der
selbständige Zugang zum Thema Wirtschaft/Arbeitsleben erleichtert werden
kann", so Thomas.
Ein konkretes Beispiel sei die Entwicklung direkter betrieblicher Kontakte
zwischen Schülerinnen und Schülern auf der einen und Auszubildenden auf
der anderen Seite. So könnten sich Jugendliche aus unterschiedlichen
Bildungsstätten - aber einem gemeinsamen Erlebnishorizont - über
Erfahrungen mit der Berufswelt altersgerecht austauschen sowie wertvolle
Einblicke sammeln, die ihnen kein Unterricht bieten könne.
Die Maßnahmen würden durch Internet-Angebote begleitet, die
Schülerinnen und Schülern den eigenen Zugang zum Thema Arbeitswelt
erleichtern und gleichzeitig zur Präsentation der gesammelten Erfahrungen
mit Hilfe der neuen Medien ermuntern sollten.
"Mit dem Programm haben Bund, Länder und Sozialpartner eine wichtige
Investition in die vorberufliche Bildung Jugendlicher getan", erklärte Thomas,
"das wird sich für die Zukunft auszahlen. Die teilnehmenden Schulen werden
in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern unter Nutzung der
Möglichkeiten digitaler Medien neue Wege erproben, vorberufliche Bildung
in die Schulpraxis zu integrieren. Selbständige Lernprozesse werden unter
anderem innerhalb von Betriebserkundungen, Internetprojekten und
Schülerfirmen ermöglicht und initiiert.
"Im Mittelpunkt des rheinland-pfälzischen Projektes BORIS (Berufliche
Orientierung: Regionale Initiativen zur Schulprofilentwicklung) steht die
Verbesserung der Ausbildungs- und Berufschancen junger Menschen sowie
die Entwicklung einer engen Zusammenarbeit von Schule und Betrieben",
erklärte Bildungsminister Jürgen Zöllner. Von 60 interessierten Schulen
hätten 11 mit der konkreten Arbeit im Projekt beginnen können, wegen des
großen Interesses soll das Projekt jährlich ausgeweitet werden.
Eine
Grundbedingung für die Teilnahme stelle auch hier die Einbeziehung
außerschulischer Partner wie Kammern, Verbände, Gewerkschaften,
Arbeitsämter und Hochschulen dar. Damit entstünden regionale Initiativen zur
Schulprofilentwicklung, die Schälerinnen und Schälern aller Schularten der
allgemeinbildenden Schulen den Übergang in die Arbeitswelt und in die
Hochschulen erleichtern würden.
Die beteiligten Schulen hätten die Möglichkeit, in unterschiedlichen
Bereichen eigene Schwerpunkte zu setzen. So plane beispielsweise die
Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen, Daun, den Ausbau eines
Betreuungsnetzes durch die Zusammenarbeit von Lehrerinnen und Lehrern,
Arbeitsassistenten und Behindertenberatern, einen lernbegleitenden
Übergang aus der Abschlussklasse in Ausbildung oder Arbeit, Werkstatttage
in Schule und Betrieb, das Praktikumsangebot für Schülerinnen, Schüler und
Lehrerinnen und Lehrer soll ausgebaut werden. In Zusammenarbeit mit dem
Jugendamt sind unter der Leitlinie "Platzieren und qualifizieren" Aktivitäten
zur Verbesserung der beruflichen Qualifizierung von Kindern mit
Lernbehinderungen vorgesehen.
Bei den teilnehmenden Gymnasien reiche die Bandbreite über die
Verstärkung ökonomischen Wissens, Betriebspraktika für Schüler und Tage
der Berufswahlorientierung bis zur Konzeption eines umfänglichen
Berufsorientierungskonzeptes auf Jahrgangsstufe 11 in Zusammenarbeit mit
Unternehmen und Fachhochschulen, einschließlich regelmäßiger Praxistage
in Betrieben und Hochschule (weitere Beispiele siehe Anlage).
Das in allen Schularten durchgeführte Schülerbetriebspraktikum werde
ergänzt um den Ausbau bereits bestehender Praktikumsmöglichkeiten für
Lehrerinnen und Lehrer. Die Schulen würden derzeit mit Informationen
versorgt und Lehrerinnen und Lehrer hätten die Möglichkeit, sich für ein
solches Praktikum anzumelden. Zöllner hob hervor, dass dieses
Lehrerpraktikum eine Vielzahl von Chancen für die Lehrer biete. Durch das
einwöchige Praktikum könne bei der Berufswahl besser beraten werden, es
helfe bei der Vor- und Nachbereitung von Schülerpraktika, bei der
Organisation von Betriebserkundungen und bei der Behandlung
wirtschaftlicher Fragestellungen im Unterricht.
"Dies darf jedoch keine Einbahnstraße sein", so Zöllner. Deshalb soll
Vertretern von Betrieben im Projekt die Möglichkeit geboten werden, einen
Tag in einer Schule zu hospitieren und sich ein Bild über die
anspruchsvolle, vielseitige und erfolgreiche Arbeit von Pädagogen im Jahr
2000 zu machen. Nur in einem intensiven Dialog könne die Zusammenarbeit,
die für beide Seiten hilfreich sei, weiter wachsen.
"Es geht letztendlich bei allen Bemühungen darum, Schülerinnen und
Schülern einen guten Start ins Berufsleben oder ins Studium zu ermöglichen.
Dabei sind die von den Schulen ins Auge gefassten Aktivitäten so vielfältig
und differenziert, wie die Fragen und Problemstellungen, die sich für
Schülerinnen und Schüler beim Übergang in den Beruf oder das Studium
stellen."
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung
Herausgeber: Staatsminister Prof. Dr. Jürgen Zöllner
Verantwortlich für den Inhalt: Vera Reiß-Jung
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